Neue Ästhetik, neue Gedanken: Die Änderungsschreiberei im neuen Design

Schon einige Zeit war ich mit dem Design der „Änderungsschreiberei“ unzufrieden. Wohl deswegen, weil der Blog ein Begleitprojekt meiner Promotionsphase war und diese Phase seit einigen Monaten endgültig abgeschlossen ist. Neue, andere Projekte stehen ins Haus. Neue, andere thematische Schwerpunkte haben sich nach und nach herauskristallisiert. Neue Gedanken brauchen neues Design. „Neue Ästhetik, neue Gedanken: Die Änderungsschreiberei im neuen Design“ weiterlesen

Nachlese: Medienpädagogik in der Volksschule

Dass Medienpädagogik und der Einsatz digitaler Medien auch im Primarstufenbereich Relevanz hat ist wohl unstrittig. Der offenen Fragen und der Formulierung von spezifischen Chancen und Herausforderungen von (digitaler) Medienbildung ist die Tagung „Medienpädagogik in der Volksschule“ vom 23. Bis 24.5.2017 an der PH Salzburg aus unterschiedlichen Perspektiven nachgegangen. „Nachlese: Medienpädagogik in der Volksschule“ weiterlesen

Das Verschwinden des treuen Begleiters von Bildung in der Gegenwart

Kulturelle Entwicklungen haben die Eigenheit sich langsam und behutsam in unser Leben einzuschleichen, um nach einiger Zeit, wenn selbst die Industrie und die breite Öffentlichkeit davon Wind bekommen hat wie ein Gigolo laut zurufen: „Hei, ich bin da! Du willst und kannst nicht ohne mich.“ Manche kulturelle Bereiche zieren sich wie eine Diva, dies auch wirklich zu glauben und brauchen mehr Überzeugungskraft als andere. Eine solche Diva ist Bildung respektive das Bildungssystem. Und einer dieser etwas lautstarken Gigolos sind digitale Medien; – oder das was in der Thematisierung von Mediatisierung und Digitalisierung jeweils aufs Neue in den Fokus gerückt und mit einem neuen, schillernden Begriff bezeichnet wird. „Das Verschwinden des treuen Begleiters von Bildung in der Gegenwart“ weiterlesen

Hurra, die Diss ist da!

„Grinsend wie ein frisch lackiertes Hutschpferd freue ich mich wie ein Keks.“

Diese Verquickung zweier Redewendungen verbindet sprachlich zwei Nationen, zwei Regionen, zwei Sprachfamilien und durchaus zwei Mentalitäten, die mich in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt haben. Diese beiden Topographien waren mir (temporäre) Heimaten und – ganz pathetisch formuliert – Wiegen meiner Gedanken. Jener Gedanken, die ich in durchaus mühsamer Arbeit in meiner Dissertation „Bildung reloaded. Zu einem zusammenhängenden Ganzen verwebt habe.

Nun sind diese Gedanken offiziell zugänglich und – wie gesagt – ich freue mich sehr und grinse ‚wie ein frisch lackiertes Hutschpferd’.
Meine Dissertation ist über diesen Link frei verfügbar.
Das Abstract ist am Ende dieses Beitrags. Und wer sich nach dem traurigen Tod von Zygmunt Bauman mit diesem gerade jetzt auseinandersetzen möchte;  – er spielt eine zentrale Rolle in meinen Überlegungen.

Wem die Lektüre mit einem gedruckten und gebundenen Buch mehr behagt, muss sich noch etwas gedulden. Eine Veröffentlichung in gedruckter Version ist unter innsbruck university press bis Mitte des Jahres geplant.

Schönes Wochenende und hoffentlich spannende Lektüre.

Abstract Deutsch:

Bildung findet im Heute, mit Bezug auf Vergangenheit und Zukunft statt. Bildungskonzepte, die der jeweiligen Historizität zu entsprechen suchen unabhängig ob Bildung als individuelle Transformation von Selbst- und Weltverhältnissen oder als institutionell vorgegebener Prozess verstanden , dürfen aktuelle Gesellschaftsdiagnosen und antizipierte Entwicklungstendenzen nicht unberücksichtigt lassen. Gegenwärtige Lebensbedingungen sind von Pluralisierung, Beschleunigung und nicht zuletzt von einer Mediatisierung und Technologisierung geprägt. Mediatisierung ist hier als grundlegend mediale Präfigurierung aller Lebensbereiche zu verstehen. Nicht selten wird auf Basis genannter Lebensbedingungen für die Gegenwart eine Krise diagnostiziert. Ein Bildungsverständnis, das auf aufklärerisch-humanistische Motive zurückgreift, wie es gegenwärtig häufig noch der Fall ist, hat sich für postmoderne Lebensbedingungen als nicht entsprechend erwiesen. Die beschriebenen sozio-kulturellen Entwicklungen erfordern ein Überdenken und Nachjustieren des bisherigen Bildungsverständnisses. Ausgehend von Beschreibungen sozio-kultureller Bedingungen, die in postmoderner und poststrukturalistischer Tradition stehen, hat die vorliegende Studie Implikationen für eine Vergegenwärtigung des Bildungsverständnisses erarbeitet. Die dabei eingenommene historisch-hermeneutische hat sich im darauffolgenden Schritt um eine kritisch-konstruktive Perspektive erweitert: Drei vieldiskutierte pädagogische Konzepte (von Hans-Christoph Koller, Wolfgang Klafki sowie Benjamin Jörissen und Winfried Marotzki) wurden im Hinblick auf die erarbeiteten Implikationen analysiert. Nach und nach konnten so durch ein deduktives ‚Herausschürfen‘ sozio-kultureller Implikationen für die Pädagogik weitreichende Anschlussmöglichkeiten für eine Vielzahl pädagogischer Handlungsfelder eröffnet werden. Als wesentliche Erkenntnis hat sich gezeigt, dass neue, mediale Darstellungsformate ebenso neue reflexiv-tentative, explorativ-spielerische Verhandlungsformen von Selbst- und Weltverhältnissen ermöglichen. Solche spielerischen, bisherige Handlungsspielräume erweiternden Modi haben sich angesichts einer von Kontingenzen und Ambivalenzen geprägten Lebenswelt als mögliche Antwort auf gegenwärtige und antizipierte zukünftige Herausforderungen erwiesen. Diese Beispiele verweisen auf ein breites Spektrum sozio-kultureller Implikationen für ein Neudenken von Bildung, für das die vorliegende Studie Leitaspekte formuliert.

Abstract Englisch:

According to Zygmunt Bauman education as we know it is ‚in trouble‘. Facing sociocultural changes of the last decades the idea of education in a humanistic tradition is not appropriate anymore. Corresponding to that, this paper outlines main sociocultural implications of the present age for education in a first step. A discussion of Jean-François Lyotard’s ‚postmodernity‘, Zygmunt Bauman’s ‚liquid modernity‘ and Manfred Faßler’s ‚Communities of Projects‘ in a modern time of mediatization and therefor by following a postmodern tradition was done to identify main implications for education by means of a historic-hermeneutic analysis. The idea of mediatization implicates not only an increase of digital media in everyday life, but a general mediatic determination of all parts of our life. In a second step this set of pedagogical implications got used as criteria for a critical reception of three educational concepts, which on the one hand are wildly used and discussed in the german-speaking pedagogical discipline and are aiming to be historical appropriate on the other hand. These are the theory of transformative education (‚Bildung‘) by Hans-Christoph Koller, a concept of general didactics by Wolfgang Klafki and the concept of media education by Benjamin Jörissen and Winfried Marotzki. In this analysis a wide range of challenges for a present idea of education got outlined: The ability for flexibility, as an example, turned out to be an ideal accomplishment of the fundamental pluralization and acceleration of the present life. As an answer to the heterogeneity of life forms and of social relationships in the junction of an online and offline world, in consequence of the fundamental process of mediatization, the use of new technology and innovative modes of medial forms of self-representation and -articulation in a playful, tentative and explorative way was pointed out. By considering sociocultural challenges of the present and theoretical ideas of education for a life characterized by a fundamental mediatization, this approach describes the main issues to be considered by re-thinking education for the present.

 

Medienimpulse: Zum Spannungsfeld von Medienpädagogik und E-Learning

Eine neue Ausgabe der Medienimpulse ist vergangene Woche online gegangen und ich bin gleich mit zwei Beiträgen dabei 😉 Juheeiii!

Die Schwerpunktausgabe beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld von Medienpädagogik und E-Learning.
Eine wirklich sehr gute und spannende Ausgabe ist herausgekommen.

Darin findet ihr von mir den Text „Plädoyer zur inhaltlichen und disziplinären Neuverortung von Medienpädagogik und E-Learning„, der sich mit dem oben genannten Spannungsfeld auseinandersetzt.

Abstract:
Zwischen der Medienpädagogik bzw. -bildung und dem Diskurs um Lern- und Bildungstechnologien und E-Learning scheint es disziplinäre Gräben und dementsprechende Grabenkämpfe zu geben. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass die Bereiche nichts miteinander zu tun haben. Doch ist diese Trennung inhaltlich und lebensweltlich begründbar oder fußt sie vorrangig in einem wissenschaftspolitischen Kampf um die Profilierung zweier getrennter Diskurse und damit um Ressourcen? Der vorliegende Beitrag geht dieser Frage kritisch nach, ohne sich dabei einem der genannten Themenbereiche zu verpflichten. Neben einer Erhebung der zentralen Forschungsfelder der beiden Diskurse wird die Frage der Gegenwartsentsprechung der Forschungsbestrebungen erörtert.

 

Zum anderen findet ihr von mir einen Rückblick auf die Tagung „Medien – Wissen – Bildung„, die Ende Februar 2015 in Innsbruck stattgefunden hat. Der Rückblick trägt den Titel „Wozu eine Tagung zur Frage des Wozu´s der Medienbildung?“ und wurde bereits als Blog-Beitrag veröffentlicht.

Die Texte findet ihr auch in meiner Publikationsliste.

Wozu eine Tagung zur Frage des Wozu´s der Medienbildung?

Rückblick auf die Tagung „Medien – Wissen – Bildung“, Innsbruck, Februar 2015

IMG_2442Ende Februar 2015 fand an der Universität Innsbruck[1] eine weitere Ausgabe der Konferenz-Reihe Medien – Wissen – Bildung statt. Die diesjährige Tagung folgte dem Anspruch sich dem „Drehtürbegriff“ Medienbildung zu nähern und diesen wissenschaftlich, theoretisch, praktisch und künstlerisch abzutasten und zu legitimieren. Das im Call formulierte Ziel war es, in einer „interdisziplinären und internationalen Gemengelage Synergien“ zwischen heterogänen Zugängen zu eruieren und sichtbar zu machen. Neben klassischen Vorträgen mit anschließender Diskussion fanden Lightning Talks, Poster Sessions, Workshops, Paper Discussions und ein Speed-Dating, bei dem im Schnellverfahren differente wissenschaftliche Zugänge kennengelernt und gegenübergestellt werden konnten, statt.

Die übergeordneten Fragen lauteten: Welche Zielvorstellungen generiert Medienbildung hier? Wozu wird diese betrieben?. Oder kurz: Medienbildung wozu?

Kritisch kann man daran anschließend fragen: Wozu eine wissenschaftliche Konferenz zur Frage des Wozu´s der Medienbildung? – Dieser Frage geht der vorliegende Tagungsrückblick an Hand einiger konkreter Aspekte nach. „Wozu eine Tagung zur Frage des Wozu´s der Medienbildung?“ weiterlesen

Schwarzes Quadrat auf weißer Leinwand – Oder zur Frage des Bildes von Bildung im digitalen Zeitalter

MünchenDen folgenden Text hab ich für einen Essay-Wettbewerb geschrieben, daher ist auch ein wenig länger als sonst.
Das Pech der anderen (der Text ist leider nicht in die engere Auswahl gekommen), ist euer Glück, denn so veröffentliche ich ihn einfach hier 😉
Ich hoffe der Text ist anregend, inspirierend, vielleicht auch mal energischer als sonst… Have fun!
Ich freue mich wie immer auf Feedback!

Fast überdrüssig setze ich mich ans Notebook um diesen Essay zu schreiben.
Überdrüssig nicht deswegen, weil es nicht spannend ist darüber nachzudenken wie Bildung gegenwärtig aussieht und zukünftig aussehen kann.
Der Überdruss entspringt der Vermutung, dass wie oft Innovationen entwickelt, auf Missstände verwiesen und Lösungsansätze vorgeschlagen werden, deren Umsetzung jedoch lahmt. Dass sich das Bildungswesen nicht oder nur langsam weiterentwickelt, kann keinesfalls von einem Wissensmangel oder einer Ideenlosigkeit wie man es hätte besser machen können herrühren, sondern ist der Trägheit der Bildungspolitik und des Bildungssystems geschuldet. Trotz meines Pessimismus also setze ich mich an den Schreibtisch, überwinde den Überdruss und versuche ein realistisches Bild von Bildung im digitalen Zeitalter zu skizzieren. „Schwarzes Quadrat auf weißer Leinwand – Oder zur Frage des Bildes von Bildung im digitalen Zeitalter“ weiterlesen

Anti-Rückblick: Vernetzt und Digital (Sekt. Medienpädagogik, DGfE, Nov.14)

DGFESchon im Zug von Augsburg nach Österreich habe ich mir wie wild Notizen gemacht um hier so rasch wie möglich einen möglichst umfangreichen und informativen Rückblick auf die die Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik, DGfE, 13./14.Nov. 2014, Augsburg zu bieten.

All jene, die gehofft hatten einen eben solchen zu lesen, werden hier aber enttäuscht. Eher gebe ich einen Anti-Rückblick oder eben Ausblick.

„Anti-Rückblick: Vernetzt und Digital (Sekt. Medienpädagogik, DGfE, Nov.14)“ weiterlesen