Medienimpulse: Zum Spannungsfeld von Medienpädagogik und E-Learning

Eine neue Ausgabe der Medienimpulse ist vergangene Woche online gegangen und ich bin gleich mit zwei Beiträgen dabei 😉 Juheeiii!

Die Schwerpunktausgabe beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld von Medienpädagogik und E-Learning.
Eine wirklich sehr gute und spannende Ausgabe ist herausgekommen.

Darin findet ihr von mir den Text „Plädoyer zur inhaltlichen und disziplinären Neuverortung von Medienpädagogik und E-Learning„, der sich mit dem oben genannten Spannungsfeld auseinandersetzt.

Abstract:
Zwischen der Medienpädagogik bzw. -bildung und dem Diskurs um Lern- und Bildungstechnologien und E-Learning scheint es disziplinäre Gräben und dementsprechende Grabenkämpfe zu geben. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass die Bereiche nichts miteinander zu tun haben. Doch ist diese Trennung inhaltlich und lebensweltlich begründbar oder fußt sie vorrangig in einem wissenschaftspolitischen Kampf um die Profilierung zweier getrennter Diskurse und damit um Ressourcen? Der vorliegende Beitrag geht dieser Frage kritisch nach, ohne sich dabei einem der genannten Themenbereiche zu verpflichten. Neben einer Erhebung der zentralen Forschungsfelder der beiden Diskurse wird die Frage der Gegenwartsentsprechung der Forschungsbestrebungen erörtert.

 

Zum anderen findet ihr von mir einen Rückblick auf die Tagung „Medien – Wissen – Bildung„, die Ende Februar 2015 in Innsbruck stattgefunden hat. Der Rückblick trägt den Titel „Wozu eine Tagung zur Frage des Wozu´s der Medienbildung?“ und wurde bereits als Blog-Beitrag veröffentlicht.

Die Texte findet ihr auch in meiner Publikationsliste.

Wozu eine Tagung zur Frage des Wozu´s der Medienbildung?

Rückblick auf die Tagung „Medien – Wissen – Bildung“, Innsbruck, Februar 2015

IMG_2442Ende Februar 2015 fand an der Universität Innsbruck[1] eine weitere Ausgabe der Konferenz-Reihe Medien – Wissen – Bildung statt. Die diesjährige Tagung folgte dem Anspruch sich dem „Drehtürbegriff“ Medienbildung zu nähern und diesen wissenschaftlich, theoretisch, praktisch und künstlerisch abzutasten und zu legitimieren. Das im Call formulierte Ziel war es, in einer „interdisziplinären und internationalen Gemengelage Synergien“ zwischen heterogänen Zugängen zu eruieren und sichtbar zu machen. Neben klassischen Vorträgen mit anschließender Diskussion fanden Lightning Talks, Poster Sessions, Workshops, Paper Discussions und ein Speed-Dating, bei dem im Schnellverfahren differente wissenschaftliche Zugänge kennengelernt und gegenübergestellt werden konnten, statt.

Die übergeordneten Fragen lauteten: Welche Zielvorstellungen generiert Medienbildung hier? Wozu wird diese betrieben?. Oder kurz: Medienbildung wozu?

Kritisch kann man daran anschließend fragen: Wozu eine wissenschaftliche Konferenz zur Frage des Wozu´s der Medienbildung? – Dieser Frage geht der vorliegende Tagungsrückblick an Hand einiger konkreter Aspekte nach. „Wozu eine Tagung zur Frage des Wozu´s der Medienbildung?“ weiterlesen

Da steh ich nun, ich armer Tor… – Conclusio-Versuch zur GMW14

Kann man im Goethe´schen Faust lesen:

Da steh ich nun, ich armer Tor,
und bin so klug als wie zuvor.

So gilt für mich resümierend im Anschluss an die soeben zu Ende gegangene GMW14-Tagung (Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft) unter der thematischen Fokussierung „Lernräume gestalten – Bildungskontexte vielfältig denken“ an der PH Zürich:

Da stehe ich nun, ich armer Tor,
und weiß noch viel weniger als zuvor.Zürich_GMW

Bin ich noch mit einem vagen und schwammigen Verständnis von Raum, Räumlichkeit und einer möglichen Trennung zwischen „realen“ und „medial-vermittelten“ bzw. „medial-virtuellen“ Umgebungen nach Zürich gefahren, hat sich dieses rasch bei den diversen Sessions, aber hauptsächlich in den Kaffeepausen- und Heimweg-Gesprächen auf der Zugfahrt (Danke @timovt) in zunehmenden Maße verflüchtigt.

  • Was ist ein Raum und was sind Räume?
  • In welcher Form greifen Räume ineinander – egal ob „real“, „medial-virtuell“ oder was auch immer? Und wie nehmen wir diese Raum-Konglomerate wahr?
  • Welche Rolle spielt die Frage der Aufmerksamkeit bei der Raumwahrnehmung? Können wir uns körperlich im realen, topografischen Raum befinden, während wir „geistig“ dh. mit unserer Aufmerksamkeit im medial-virtuellen Raum aufgehen?

Der Versuch eines Resümees im Anschluss an die GMW14 ist angesichts dieser offenen Fragen schlicht und einfach zum Scheitern verurteilt. „Da steh ich nun, ich armer Tor… – Conclusio-Versuch zur GMW14“ weiterlesen

„Nach-Schauen“ als postmoderne Handlungsform

In den letzten Wochen habe ich mich in Gedanken über die Art und Weise, wie wir die Welt in der wir gerade Leben beschreiben können, vertieft. Orientiert habe ich mich in diesem Zusammenhang viel an Autoren wie J.-F. Lyotard (1979) und Z. Bauman (1995, 2005) und damit an dem Diskurs rund um die Postmoderne.

Parallel dazu hat mich das Buch „Media, knowledge and education: cultures and ethics of sharingvon Sützl, Stalder, Maier und Hug (2012) zum Weiterdenken angeregt. Darin wird die These diskutiert, dass die Handlungsform des Teilens, des Sharings einen wesentlichen Stellenwert in der Kultur des 21. Jhdts. eingenommen hat.

Neben diesem Teilen und Sharen scheint aber eine weiteres Muster für unsere ein gegenwärtig häufige Handlungsform. So habe ich der letzten Zeit häufig den Satz: „Moment, ich schau gleich nach.“ gehört.
Meistens ist damit eine schnelle, umgehend erfolgende Internet-Recherche bspw. auf Wikipedia, aber auch in der eigenen Mailbox, im Kalender oder in den am Smartphone gespeicherten Kontakten gemeint. Der Satz bezieht sich daher auf eine kulturelle Handlung die die Komponenten medialunterstützer Informationsspeicher, Schnelligkeit und Aktualität einbezieht. Es geht also um einen schnellen Blick, um ein schnelles Schauen. – Diesem Nach-Schauen möchte ich ein wenig nach-schauen, es näher betrachten.

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