Vom Sammeln und großen Umbrüchen. Oskar Negt über Bildung und Wissenschaft im aktuellen Europa (Wien, 18.6.2014)

Designertisch

Mit diesen Satz kommt Oskar Negt vergangenen Mittwoch (18.6.) auf das Podium im Wiener Rathaus um im Rahmen der Wiener Vorlesungen über „Bildung und Wissenschaft im aktuellen Europa. Ein Gehäuse der Hörigkeit“ zu sprechen. Mit leicht abfälligem Unterton kommentiert Negt so den angesinegtchts des alten, traditionellen und erhabenen Ambientes des Großen Festsaals fast grob wirkenden, geradlinigen Edelstahl-Rednertisch. Der Satz zeigt eine von Negts Stärken auf, die auch im weiteren Verlauf des Abends zum Vorschein kommt: Pointierte Kommentare und Aussagen über Gegenwärtiges, teilweise fast bohrend oder „stichelnd“ (wie man in Österreich sagen würde) und ab und zu auch mit Vorschlägen für Neues, hier im Konkreten zu Bildung und Lernen in Europa.

Europa

Mit diesem von Negt am Podium gesagten zweiten Satz, leitet er zu seinem Hauptanliegen seines Vortrags über, während er sich in vornehmer Bescheidenheit übt. Dieses Hauptanliegen stützt er auf sein erst kürzlich erschienenes Buch „Philosophie des aufrechten Gangs: Streitschrift für eine neue Schule“ (Negt, 2014). Wer also meine Zusammenfassung im Detail nachlesen oder prüfen möchte, dem sei das genannte Buch von Negt empfohlen. „Vom Sammeln und großen Umbrüchen. Oskar Negt über Bildung und Wissenschaft im aktuellen Europa (Wien, 18.6.2014)“ weiterlesen

„Nach-Schauen“ als postmoderne Handlungsform

In den letzten Wochen habe ich mich in Gedanken über die Art und Weise, wie wir die Welt in der wir gerade Leben beschreiben können, vertieft. Orientiert habe ich mich in diesem Zusammenhang viel an Autoren wie J.-F. Lyotard (1979) und Z. Bauman (1995, 2005) und damit an dem Diskurs rund um die Postmoderne.

Parallel dazu hat mich das Buch „Media, knowledge and education: cultures and ethics of sharingvon Sützl, Stalder, Maier und Hug (2012) zum Weiterdenken angeregt. Darin wird die These diskutiert, dass die Handlungsform des Teilens, des Sharings einen wesentlichen Stellenwert in der Kultur des 21. Jhdts. eingenommen hat.

Neben diesem Teilen und Sharen scheint aber eine weiteres Muster für unsere ein gegenwärtig häufige Handlungsform. So habe ich der letzten Zeit häufig den Satz: „Moment, ich schau gleich nach.“ gehört.
Meistens ist damit eine schnelle, umgehend erfolgende Internet-Recherche bspw. auf Wikipedia, aber auch in der eigenen Mailbox, im Kalender oder in den am Smartphone gespeicherten Kontakten gemeint. Der Satz bezieht sich daher auf eine kulturelle Handlung die die Komponenten medialunterstützer Informationsspeicher, Schnelligkeit und Aktualität einbezieht. Es geht also um einen schnellen Blick, um ein schnelles Schauen. – Diesem Nach-Schauen möchte ich ein wenig nach-schauen, es näher betrachten.

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